Das VZ/LASER SYSTEM

1. VZ 200 / LASER
(retro) FAN CLUB

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Kurzer geschichtlicher Abriss  
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Das goldene Zeitalter der Homecomputer begann 1975 mit den vom Altair 
inspirierten KIM 1 und Wozniaks Eigen - Entwicklung, die später unter 
dem Markennamen Apple verkauft wurde. Das Ende zeichnete sich bereits 
ab, als 1985 versucht wurde mit MSX einen Standard für Homecomputer 
einzuführen. 
Zwei Prozessorfamilien, der 6502 von MOS und der 8080 von Intel / Zilog 
( später Z80 ) mit 8-Bit Datenbus bildeten das Herz der meisten Home- 
computer dieser Zeit. Die Video Technology Spielkonsole Creati-Vision 
von 1981 lief mit einer 6502 CPU bei 2 MHz, 1K RAM und 16K Video RAM, 
bei einer Auflösung von 256x192 in 16 Farben mit 32 Sprites !!! 
Ein Jahr später erschien die Coleco Vision mit Z80 CPU. Sie erreichte 
zwar nicht ganz das VTL Modell, verdrängte CreatiVision aber wegen 
des besseren Zubehörs und der vielfältigeren Programm Cartridges. 
 
Nach dem Video Game Crash von 1983 überdachte VTL seine Strategie. 
Billig war nun Trumpf. Man wählte ebenfalls die Z80 CPU, fiel aber in den 
technischen Möglichkeiten deutlich zurück. 
Es ist sicher ein Gerücht, das es 1982 einen LASER 100 in den USA 
gegeben hätte. - In Chip wurde 03 / 1983 ein VZ 100 vorgestellt. 
Dabei dürfte es sich um den Prototyp gehandelt haben : 
- ohne Sound und Farbausgabe im VZ / TEXET Gehäuse. 
 
Bis 1983 war den meisten Menschen in den modernen Industrie Gesell- 
schaften ein Zugang zu Computern verwehrt. Die Homecomputer stellten 
eine Rechenleistung bereit, die man bis dahin nur von Grossrechnern 
kannte und ermöglichten erstmals einem breiten Publikum einen Zugang 
zu dieser neuen faszinierenden Welt. 
  
  
LASER 110 / 210 / 310 und VZ 200 
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Der VZ 100 und der Britische TX-8000 von Texet 
(mit Video Technology BASIC V1.0), waren Vorläufer der 
Mitte 1983 auf dem Homecomputermarkt auftauchenden Laser 
110, 210 und VZ 200. Der LASER 310 erschien erst im 
August 1984. Die Geräte weisen leicht unterschiedliche 
Details auf. Im wesentlichen handelt es sich immer um die 
gleiche Hardware : 
Die ersten Versionen hatten 2 ROM's mit je 8 K. In der Folge 
dann nur noch 1 ROM mit 16 K. ( Mit BASIC 1.1, 1.2 und 2.0 ) 
Es gab 3 unterschiedliche Gehäuse in verschiedenen Farben 
und mit diversen Aufschriften. 
Die 100 / 110 er Reihe hatte nur monochrome Bild-Darstellung. 
In Skandinavien wurde der 210 er versilbert als Salora Fellow. 
In England, Frankreich und Spanien, sowie in Australien wurden 
die 210 er,310 er als LASER 200 / 300 vertrieben. 
Der LASER 310 hat z.B. statt der Gummi- eine kleine Schreib- 
maschinentastatur und erschien zuletzt mit einem Gehäuse, das 
aus der nicht compatiblen Baureihe der 350/500/700er stammte. 
Trotzdem ist alles Zubehör für alle Varianten geeignet, außer 
den 16K Speichererweiterungen. Der Speicherausbau variierte. 
 
Die Software ist problemlos untereinander austauschbar, sofern 
ausreichend Speicherplatz zur Verfügung steht. Hersteller war allein 
Video Technology Limited ( VTL später VTECH ) in Hong Kong. 
  
  
Vertrieb 
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Als Generalimporteur für Deutschland trat die Firma SANYO VIDEO 
Vertrieb in Hamburg Lange Reihe 29 auf, später umbenannt in 
CE-TEC Trading GmbH. Der Firmensitz wechselte zum 1.1.1986 nach 
Ahrensburg. Danach firmierte sie unter den Namen ACER, Acer - Cetec 
GmbH, Ce-Tec Data Technology GmbH, ACER-Cetec Computer GmbH. 
Kaum nachvollziehbare Strukturen. -> Siehe ebenso bei Software. 
 
Die VZ/LASER wurden als Low Cost Computer hauptsächlich von den 
Kaufhäusern Neckermann, Quelle, Karstadt und Kaufhof verkauft. 
Schätzungen zufolge insgesamt 30 bis 50 Tausend Einheiten in 
Deutschland. - Zielgruppe waren Schüler und Studenten. 
Wer sich neben dem Rechner (300 bis 450 DM) die nötige Peripherie 
(Farbmonitor, Drucker, Diskettenstation, Speichererweiterung, 
Joysticks, Druckerinterface) zulegte, hatte trotzdem für sein 
System schnell 3.000 DM und mehr ausgegeben. Im Vergleich zu 
anderen Systemen jener Zeit ein eher noch günstiger Betrag. 
(Anm.: Ein Geselle war glücklich, wenn er im ersten Jahr 
monatlich 2.000 DM Brutto verdiente). 
 
Hauptzweck der Firma Sanyo Video / CE-TEC war zu Beginn wohl der 
Vertrieb von SANYO Monitoren. Dazu kamen dann Datenrekorder und 
Drucker auch anderer Hersteller. Der Verkauf von LASER Computern 
unter der Firmenbezeichnung Sanyo Video war so irreführend, daß 
sich SANYO schließlich die weitere Verwendung ihres Namens verbat. 
Umbenannt in CE-TEC, benutzte diese Firma wiederum in Anlehnung 
an die SANYO Computer die Bezeichnung MPC 80 für ihre MSX Version. 
(ein Daewoo DPC 200 mit deutscher Tastatur) 
Der Handel mit Homecomputern war wohl eher ein Nebengeschäft, 
wie schon der Vertrieb des Videospiels CreatiVision. 
Diese Namensverwirrung führte aber dazu, daß zum Beispiel 
der LASER 310 in der Zeitschrift Happy Computer (9/1984) als 
japanisches Produkt gelobt wurde. Im Heyne MSX Buch machte 
D. Eirich 1985 den gleichen Fehler, indem er die Firmen 
SANYO und Sanyo Video gleich setzte. 
  
  
Zubehör 
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Nachteilig für die LASER Reihe wirkte sich aus, daß das Zubehör 
relativ spät auf dem Markt auftauchte, sodaß sich viele von dem 
Produkt bereits wieder abgewendet -, oder gleich ein anderes 
gewählt hatten. Die Kosten des Zubehörs hielten andere davon 
ab, sich mit den Geräten weiter auseinander zu setzen. Immerhin 
dienten sie als Werkzeuge vielen dazu, BASIC zu lernen und eine 
neue Technologie kennenzulernen. So wurden LASER Homecomputer 
auch in Computer-Feriencamps an der Adria eingesetzt. 
 
CREATIVISION 1/83 - Werbung in Chip 
VZ 100 - 3/83 Test in Chip - Prototyp ? BASIC 1.0 ? 
VZ 200 - 6/83 Test in Chip 
LASER 110/210 - 11/83 Werbung in Mein Home Computer 
VZ 200 - 2/84 Testbericht in mc 
LASER 310 - 9/84 Vorstellung in Happy Computer 
Disketten-Laufwerk - 10/84 Test in ? 
Light-Pen - 12/84 Test in Happy Computer 
Plotter PP-40 - vor 1/85 in RUN 
A/D Wandler KOMTECH DLU 8201 - 4/85 Angebot in c't 
USER PORT - 5/85 Angebot in Mein Home Computer 
  
  
Graphik Möglichkeiten 
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Die LASER Computer standen seinerzeit in Konkurrenz zum TRS-80 und 
dem ersten 100 Dollar Computer: dem ZX81. Die Möglichkeit, farbige 
Grafiken darzustellen war noch recht neu und so verlieh man ihnen 
das Attribut Color Computer. Jedoch weder bei der Markteinführung, 
noch später wurden die VZ/LASER mit vergleichbaren Werbekampagnen 
begleitet. 
Kaum nachvollziehbar ist, warum der Hersteller die Fähigkeiten des 
Videocontrollers nicht voll ausgeschöpft hat. So läßt sich ohne 
großen Aufwand ein dritter Grafik Modus mit 256 * 192 Bildpunkten 
darstellen ( 49.152 Bildpunkte statt 8.192 in Mode(1) ). Das wäre 
dem kommenden MSX Standard nähergekommen und hätte zumindest 
eine brauchbare Textverarbeitung möglich gemacht. 
  
  
Geklautes Betriebssystem ? 
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1977 verkaufte Microsoft seinen Basic-Interpreter an Apple und 
Tandy. Das Betriebssystem der VZ / LASER ist über weite Teile 
identisch mit dem des alten TRS-80 I ( Basic Level II von 
Radio Shack ). Dadurch ist es möglich TRS80 Maschinenprogramme 
recht problemlos für die LASER Homecomputer zu übertragen. Die 
zu den besten kommerziellen gezählten Programme, ASSEMbler und 
LASCOM (BASIC-COMPILER), waren Umsetzungen der alten TRS-80 
Programme. Auf den Geräten, im ROM, oder in den Handbüchern fehlt 
jeglicher Hinweis auf Tandy, oder MICROSOFT als Entwickler des 
Betriebssystems. Die Kürzel der Entwickler sind aber noch erhalten. 
Gegenüber dem TRS 80 ROM sind einige BASIC Befehle gelöscht 
worden, ohne jedoch die zugehörigen Unterprogramme zu entfernen. 
( Der VZ 100 beherrschte noch den PRINT MEM Befehl ! ) 
Diese Verkrüppelung hatte gewiss Lizenz Gründe und stellte keine 
Verbesserung des BASIC dar. 
Der VZ/LASER war ursprünglich nicht konzipiert für Diskettenbetrieb, 
sondern für den Einsatz von Cartridges, wie schon bei CreatiVision 
und später auch bei den Lerncomputern von VTECH. 
Die Geräte tragen aufgeklebte Typenschilder mit dem Schriftzug 
MADE IN HONGKONG. Bei vielen fehlte es aber. 
Die Gerüchte um Lizenzbetrug und Rechtsstreitigkeiten nahmen 
kein Ende. - Vielleicht waren diese Ungereimtheiten auch ein 
Grund für die mangelhafte Werbung. 
  
  
Andere LASER 
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Es gibt nur sehr wenige Bilder und kaum Prospekte zu den Produkten. 
Einzelhändler waren in ihrer Werbung meist auf Fotokopien von Zeit- 
schriften angewiesen. Die Firma VTL kann mit CE-TEC nicht sonderlich 
zufrieden gewesen sein, sonst hätte sie für die folgenden LASER nicht 
versucht andere Vertriebsfirmen zu finden. 
CE-TEC verkaufte seine LASER 210/310 von 1983 bis 1984, Restbestände 
bis 1985. Desweiteren die LASER 2001, 3000 und den MSX Rechner 
MPC 80, vermutlich auch den LASER MSX 2. 
Ebenfalls von VTL mit Z80 CPU stammten die LASER 350, 500 und 700, 
die 1985 erschienen, aber kaum Abnehmer fanden. Es gab einen APPLE 
kompatiblen LASER 128 und einige IBM-PC kompatible LASER. 
Weiter die Handhelds (Alphanumerische Taschenrechner) 
PC3, PC4, PC5, sowie den LASER 50. 
 
Später produzierte VTECH sogenannte Kinder Lerncomputer 
in verschiedenen Variationen unter diversen Bezeichnungen. 
 
Die mangelnde Werbung mag ein Grund dafür sein, daß es 2006 zwar 
noch eine Scene für den VZ/LASER in Australien oder für den ZX81 
gibt, in Deutschland seit Jahren aber nicht mehr, obwohl hier 
vielleicht sogar größere Stückzahlen verkauft worden sind. 
  
  
Nur so gut wie die Software... 
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Ein weiterer Knackpunkt war der Software Vertrieb. Beim Erscheinen 
der LASER Computer gab es gerade einmal 12 Programme. Bis 1985 
immerhin ca. 50 Stück. Wenn man sich heute die Programme ansieht, 
die damals für teures Geld von Sanyo Video verkauft worden sind, 
so muß man das teilweise als Nepp bezeichnen. Vielfach hatten die 
Käufer dann das Problem, das sich Originalsoftware nur mit Mühe 
und oft gar nicht von den Kassetten laden ließ. 
 
Neben Quelle und Karstadt verkauften Sanyo Video und COMTRONIK 
Vertrieb GmbH in 2070 Ahrensburg, Postfach 1554 Original Software. 
Später nannte sich diese Firma in ACTRONIK (HOBBY) um. CE-TEC zog 
angeblich wegen Platzmangel auch nach Ahrensburg. 
Möglicherweise waren beide Firmen identisch. 
 
Eine Betreuung der verschiedenen Computerclubs, wie man es von 
anderen Firmen kannte, fand nicht statt. Auf Anfragen gab es nur 
spärliche Auskunft, oft erst nach oft mehrfachem Nachfragen. Somit 
funktionierte und hielt sich auch nur der 1. VZ/LASER Fan Club des 
Wolfgang Maschke in Berlin dank dessen unermüdlichem Engagements. 
Von Februar 1984 bis August 1989 erstellte er 26 Info-Magazine 
in einer Auflage von jeweils ca. 150 Stück sowie zwei Sonderhefte. 
Durch seinen mühevollen und unentgeltlichen Einsatzes war so etwas 
wie eine Fan-Gemeinde zustande gekommen, in der über 700 Programme 
und einiges an Zubehör für den VZ/LASER entwickelt wurden. 
Im Gegensatz zu den Nutzern anderer Homecomputer konnte der 
VZ/LASER Fan zumindest im Anfang nicht auf eine Programmauswahl 
zurückgreifen, sodaß sich der Grundsatz bewahrheitete :  
- Ein Computer ist nur so gut wie sein Programm. 
  
  
Literatur zum LASER 
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Im Vergleich zu anderen Systemen erschienen zum LASER nur wenige 
Artikel in Computerzeitschriften. Besonders spärlich sah es auch 
auf dem Büchersektor aus. Erst Ende 1984 wurden die Bücher Tips 
und Tricks für LASER 110 und 210, sowie das Software-System 
Handbuch I, Autor Wolfgang Radeloff herausgegeben; wobei das erste 
eher überflüssig, das zweite aber ein unbedingtes Muß für die 
Programmierung darstellte. (Die TRS 80 Routinen, PEEK und POKE, 
Strukturierte Programmierung, Steuerungsaufgaben, Grafik, Ton, Ma- 
schinen und Assemblerprogrammierung). Außerdem erschien im Hübben 
Verlag eine Mappe unter dem Titel ROM-Listing für LASER 
110,210,310. Entgegen dem Namen wurden aber nur Teile des 
Betriebssystems darin erklärt. 
 
Die Zeitschrift HC - Mein Home Computer hat zwei für die 
Assemblerprogrammierung unverzichtbare Bücher herausgegeben : 
ROM-Listings für LASER 110,210,310 und VZ 200; ISBN 3-8023-0852-2 
und Das LASER-DOS für LASER 110,210,310 und VZ 200; ISBN 
3-8023-0868-9. Beide 1985 erschienen im Vogel Verlag, 
Würzburg, von Gerhard Wolf.  
Das dritte Buch dieser Reihe heißt: Der Basic-Interpreter im Laser 
110,210,310 und VZ 200,ISBN 3-8023-0874-3, ebenfalls von G.Wolf 
 
Für den TRS-80 erschien von P.Immertz das Buch Programmieren in 
Maschinensprache mit Z80, Hofacker Verlag 1984,ISBN 3-921682-62-2 
welches auf Grund der Systemähnlichkeit geeigneter ist, als die 
sogenannte 'Bibel der Z80 Programmierer' von Rodney Zaks : 
Systemprogrammierung auf dem Z80, Sybex Verlag, ISBN 3-88745-099-x